Zahnärzte
Parodontologie
Vor dem Beginn einer systematischen Parodontaltherapie steht immer eine eingehende klinische Befundung und eine adäquate Röntgendiagnostik, um die notwendigen therapeutischen Maßnahmen planen zu können. Die Panoramaschichtaufnahme (OPG) ist dabei nach wie vor die erste Wahl bei der Einschätzung des Knochenabbaus in seinem Ausmaß.
Auch vertikale Knocheneinbrüche lassen sich im 2D Röntgenbild in aller Regel erkennen bzw. ahnen. Schwierig wird es meistens bei einer fortgeschrittenen Parodontitis mit multiplen Knochentaschen und einem sehr breiten Alveolarknochen. Die fehlende dreidimensionale Darstellung und die Übereinanderlagerung der veraschieden Schichten und Strukturen lässt dann keine sichere und eindeutige Beurteilung bei der Röntgenbefundung zu. Dadurch kann es zu erheblichen Fehleinschätzungen der Behandlungsprognose kommen.
Während der Parodontaltherapie oder auch nach kostspieligen Restaurationen kann dies zu sehr unangenehmen Überraschungen sowohl für den Patienten als auch für den Behandler führen, und die Kompetenz des Therapeuten wie auch die Wirtschaftlichkeit der Therapie können ernstlich in Frage gestellt sein.
Die hochauflösende DVT mit dem Accuitomo 170 ermöglicht die exakte dreidimensionale Analyse der parodontalen Verhältnisse im Hinblick auf Existenz und Dicke der Knochenlamellen, Breite, Tiefe und Ausdehnung der Knochentaschen, Ausmaß der Furkationsbeteiligungen, Zusammenhänge bei Endo- und Paro-Läsionen, Einbeziehung von benachbarten Strukturen (Nachbarzähne, Kieferhöhle, N.alv.inf.), etc..

Die DVT in der Diagnostik der fortgeschrittenen Parodontitis stellt für den Therapeuten eine enorme Entscheidungshilfe dar, wenn es um die Einschätzung der Behandlungsprognose geht oder um die Differentialindikation von resektiver und regenerativer Parodontaltherapie oder um die Entscheidung Zahnerhalt oder Implantat.

Auf diese Weise können Fehlplanungen verhindert und aufwendige, aber erfolglose Behandlungen vermieden werden. Erfahrene Operateure können ihren Eingriff besser planen, denn bereits bei der Schnittführung fließen wertvolle Erkenntnisse aus den 3D-Bildern mit ein.

Aus diesen Vorteilen leiten sich entsprechend die Indikationen der DVT in der Diagnostik der fortgeschrittenem Parodontitis ab.
Fall A:  Fortgeschrittene Parodontitis mit verlagertem 23
DVT (Sagittalebene): 26 CP, starker vertikaler Knochenabbau, dentogene Sinusitis         
DVT (Horizontalebene): Man beachte den interradikulären Knochenaufbau bei 17 und 27 distal 
Panoramaschichtaufnahme (23 verlagert, 26 CP, massiver Knochenabbau im OK Molarenbereich)
Fall B:  Fortgeschrittene Parodontitis mit ungleichmäßigem horizontalen und vertikalen Knochenabbau
OPG: Man beachte bei Zahn 11 den massivenVerlust an Stützknochen
3D Modell (DVT): Zustand nach regenerativer PAR-Therapie an Zahn 11
DVT (Horizontalebene): Regenerative PAR-Therapie zeigt keinen Erfolg (residuale zirkuläre Knochentaschen an 11)
DVT (Transversalebene): Apikale Knochenstütze bei 11beträgt lediglich 2-3 mm, ausreichend für eine "forced eruption"
Fall C:  Behandelte fortgeschrittene Parodontitis, residuale
Knochentasche 47 distal
OPG: Zustand nach systematischer PAR-Therapie (resektiv und regenerativ), kein Anhaltspunkt für Knochentaschen
DVT (Sagittalebene): Deutlicher vertikaler Knochenabbau distal 47
DVT (Transversalebene): Knochentasche an 47 zieht sich bis nach bukkal
DVT (Horizontalebene): Knochenabbau distal 47 deutlich zu erkennen